{"id":526,"date":"2016-01-05T11:22:38","date_gmt":"2016-01-05T10:22:38","guid":{"rendered":"http:\/\/koch-kultur.org:8080\/?page_id=526"},"modified":"2016-01-05T11:22:38","modified_gmt":"2016-01-05T10:22:38","slug":"selbstbegegnungen-ein-buchtipp","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.koch-kultur.org\/index.php\/selbstbegegnungen-ein-buchtipp\/","title":{"rendered":"Selbstbegegnungen &#8211; ein Buchtipp"},"content":{"rendered":"<p><em>\u201eDas Fremde in uns und das Fremde um uns \u2014 beides k\u00f6nnte uns bereichern. Dazu m\u00fcssen wir aber verlernen, es uns verst\u00e4ndlich machen zu wollen.\u201c<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.koch-kultur.org\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/verbeugung_vor_spiegeln.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-527 size-medium\" src=\"https:\/\/www.koch-kultur.org\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/verbeugung_vor_spiegeln-189x300.jpg\" alt=\"\" width=\"189\" height=\"300\" \/><\/a><\/p>\n<p>Neulich, ganz zuf\u00e4llig\u00a0 w\u00e4hrend einer Autofahrt, habe ich die\u00a0 SRF2-Radiosendung \u00ab<a href=\"https:\/\/www.srf.ch\/medien\/news\/kontext-kuenste-im-gespraech-was-waer-die-kunst-ohne-das-fremde\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Kontext<\/a>\u00bb verfolgt. Unter anderem gab es eine Buchbesprechung zu Martin R. Dean&#8217;s neuem Buch \u00ab<a href=\"https:\/\/www.mrdean.ch\/index.php\/buecher.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Verbeugung vor Spiegeln<\/a>\u00bb. Er hat dieses Buch 2015 aus Anlass seines 60. Geburtstags geschrieben. Es ist eine Art R\u00fcckblick auf einen wesentlichen Teil seines bisherigen Gesamtwerks \u2014 oder f\u00fcr mich sogar auch eine Art Gebrauchsanweisung, seine fr\u00fcheren, teilweise autobiographischen Romane zu lesen. Aufgrund dieser Buchbesprechung habe ich mir dieses Buch sofort besorgt und es mit zunehmender Begeisterung gelesen.<\/p>\n<p>Daraufhin habe ich gleich noch weitere Romane dieses Autors bestellt &#8211; sie sind zum Teil nur noch antiquarisch erh\u00e4ltlich. Hierbei ist das <a href=\"https:\/\/www.zvab.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Zentrale Verzeichnis Antiquarischer B\u00fccher<\/a> sehr hilfreich. Herausragend in dem autobiographischen Kontext sind vor allem die Titel \u00abEin Koffer voller W\u00fcnsche\u00bb und \u00abMeine V\u00e4ter\u00bb.<\/p>\n<p>Nun aber zur\u00fcck zum Eingangs erw\u00e4hnten Buch \u00abVerbeugung vor Spiegeln\u00bb. Der Klappentext umschreibt sehr treffend den Ansatz, welchen Martin R. Dean seiner Leserschaft vermitteln m\u00f6chte:<\/p>\n<h6><em>\u00dcber das Eigene und das Fremde<\/em><\/h6>\n<p><em>\u201eMan k\u00f6nnte meinen, das Fremde sei allgegenw\u00e4rtig. Jedenfalls gibt es kaum ein Thema, das von der Tagespolitik \u00fcber die Medien bis zu den Stammtischen so heftig diskutiert wird, und immer geht es um die Fremden und um Abwehr, Regulierung und Integration. Martin R. Dean, als Sohn eines Vaters aus Trinidad in der Schweiz geboren, kennt die Debatte, vor allem aber kennt er die Erfahrung, die er in vielen seiner Romane fruchtbar gemacht hat. So auch in diesem Buch, in dem er das Fremde als radikale Erfahrungsm\u00f6glichkeit im Austausch unter Menschen beschreibt. In\u00a0 vielfachen Selbstbegegnungen sucht er nach Spuren der eigenen Verwandlung, wie sehr ihn das Fremde, die Begegnung mit dem anderen, auf Reisen, in der Literatur, zu dem gemacht hat, der er ist. Und er kommt zu einem \u00fcberraschenden Schluss: Das Fremde, das eigentliche Kapital der Moderne, droht in den Prozessen der Globalisierung zu verschwinden. Um es wiederzugewinnen, m\u00fcssen wir darauf bestehen, dass das Fremde fremd bleibt, wir m\u00fcssen es aushalten. Und wir m\u00fcssen vor allem \u201everlernen\u201c, es uns verst\u00e4ndlich machen zu wollen.\u201c<\/em><\/p>\n<p>In der heutigen Zeit, in der wir wegen der Fl\u00fcchtlingsstr\u00f6me auf Fremdes, Andersartiges wom\u00f6glich zum ersten Mal \u00fcberhaupt aufmerksam werden, ist dieses Buch ein wahrer Augen\u00f6ffner und ein Pl\u00e4doyer f\u00fcr Menschlichkeit und mehr Achtsamkeit im Umgang miteinander.<\/p>\n<h6>\u00dcber den Autor<\/h6>\n<p>Geboren am 17.7.1955 in Menziken (Kanton Aargau, Schweiz). Arbeit als Schriftsteller, Journalist und Essayist in Basel. Gymnasiallehrer am Gymnasium Muttenz (BL) mit Teilzeitpensum. Verheiratet mit der Kulturwissenschaftlerin Silvia Henke (Hochschule Luzern). Seit 2009 Auftrag am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>(05.01.2016)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDas Fremde in uns und das Fremde um uns \u2014 beides k\u00f6nnte uns bereichern. Dazu m\u00fcssen wir aber verlernen, es uns verst\u00e4ndlich machen zu wollen.\u201c Neulich, ganz zuf\u00e4llig\u00a0 w\u00e4hrend einer Autofahrt, habe ich die\u00a0 SRF2-Radiosendung \u00abKontext\u00bb verfolgt. Unter anderem gab es eine Buchbesprechung zu Martin R. Dean&#8217;s neuem Buch \u00abVerbeugung vor Spiegeln\u00bb. 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